Die neue Gebäuderichtlinie (EU) 2024/1275 macht Raumklimaqualität mit Mai 2026 EU-weit verbindlich. Gebäude müssen nicht mehr nur energieeffizient, sondern auch nachweislich gesund sein. Dieser Nachweis erfolgt über die Parameter Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftwechsel und Schadstoffbelastung – rechnerisch abgebildet und im Energieausweis dokumentiert. Gesundes Raumklima wird damit berechenbar.
FÜR BAUFAMILIEN BEDEUTET DAS:
EIN MODERNES HAUS BRAUCHT MODERNE HAUS- UND LÜFTUNGSTECHNIK.
Raumklimaqualität wird 2026 EU-weit gesetzlicher Standard
In Kürze:
- Die neue EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD 2024) ist verpflichtend umzusetzen.
- Raumklimaqualität wird rechtlich gleichrangig mit Energieeffizienz.
- Dichte Neubauten ohne Lüftungstechnik führen zu CO2-Anstieg, Feuchteproblemen und Komfortverlust.
- Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung erfüllt diese Anforderungen technisch sinnvoll, erhöht Gesundheit und Wohnkomfort und steigert nachhaltig den Wert der Immobilie!
Was fordert die neue EU-Richtlinie konkret?
Die überarbeitete EU-Richtlinie 2024/1275 (EPBD) verfolgt ein klares Ziel: Der europäische Gebäudebestand soll bis 2050 emissionsfrei werden.
Neu ist dabei: Energieeffizienz darf nicht auf Kosten der Gesundheit gehen. Ein Gebäude muss künftig nicht nur wenig Energie verbrauchen, sondern auch ein nachweislich gesundes Raumklima bieten.
In den vergangenen Jahren wurde der Fokus auf Dämmung, Luftdichtheit und Energiekennzahlen gelegt. Die neue Richtlinie stellt nun klar: Ein energieeffizientes Gebäude muss gleichzeitig ein Gebäude mit nachweislich gesundem Innenraumklima sein.
Die EPBD definiert „Raumklimaqualität“ ausdrücklich als Bewertung der Bedingungen im Gebäudeinneren, die Gesundheit und Wohlbefinden beeinflussen. Dazu zählen insbesondere:
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Luftwechselrate
- Schadstoffbelastung (z. B. CO2, VOC, Formaldehyd)
Diese Parameter beeinflussen maßgeblich Schlafqualität, Leistungsfähigkeit und das Risiko von Feuchte- oder Schadstoffproblemen.
Die Mitgliedstaaten – also auch Österreich – sind verpflichtet:
- verbindliche Mindestanforderungen festzulegen
- Raumklimaqualität bei Neubau und größerer Sanierung zu berücksichtigen
- geeignete technische Systeme zur Überwachung zu ermöglichen
- diese Aspekte künftig auch im Energieausweis abzubilden
Damit verschiebt sich der Blickwinkel:
Es geht nicht mehr nur um Kilowattstunden pro Quadratmeter, sondern auch um Luftqualität, Feuchtehaushalt und Innenraumkomfort.
Raumluft ist damit kein freiwilliges Komfortthema mehr – sondern Bestandteil europäischer Gesetzgebung.
Vertiefende Infos zur EU-Richtlinie 2024/1275 finden Sie hier
Warum betrifft das junge Baufamilien?
Moderne Häuser werden heute luftdicht gebaut.
Das ist energetisch sinnvoll – aber bauphysikalisch anspruchsvoll.
Früher sorgten Fugen, undichte Fenster oder Kamine für natürlichen Luftaustausch.
Heute verhindern Dämmung, luftdichte Gebäudehüllen und dreifach verglaste Fenster genau das.
Die Konsequenz:
- CO2-Konzentration im Schlafzimmer steigt nachts durchaus auf über 2.000 ppm*
- Bereits ab 800 ppm sinkt Konzentrationsfähigkeit messbar
- Ab 1.400 ppm empfinden viele Menschen die Luft als „schwer“
- Feuchte sammelt sich an – Risiko für Schimmelbildung
- Fensterlüften ist energieineffizient – und vor allem in der erforderlichen Häufigkeit, Intensität und Regelmäßigkeit im Alltag kaum realistisch umsetzbar; insbesondere nachts ist eine kontinuierliche Stoßlüftung faktisch nicht möglich
Das ist kein Komfortproblem – das ist eine messbar schlechtere Raumluftqualität!
Warum passiert das?
Ein schlafender Erwachsener gibt pro Stunde etwa 15 Liter Kohlendioxid ab.
In einem 20 m² großen dichten Schlafzimmer ohne Lüftung, steigt die CO2-Konzentration nach 8 Stunden Schlaf bei einer Person bereits auf etwa 2.800 ppm. Ein Kohlendioxidgehalt >2.000 ppm verhindert, dass unser Körper in die wirklich regenerativen Tiefschlafphasen sinkt. Das Gehirn bekommt weniger Sauerstoff, die Herzfrequenz ist leicht erhöht und der Schlaf bleibt oberflächlich. Das Resultat ist die Trägheit oder auch Schlaftrunkenheit am Morgen. Man fühlt sich nicht erholt, sondern „zerschlagen“, obwohl man eigentlich lange genug geschlafen hätte.
Welche Kennzahlen werden künftig entscheidend?
Für Wohn- und Schlafräume gilt künftig faktisch der Bereich unter 1.000 ppm CO2 als Maßstab für gute Luftqualität.
Weitere Parameter sind:
- Relative Luftfeuchte ideal: 40–50 %
- Wintertemperatur: ca. 20–24 °C
- Sommer: 23–26 °C
- Ausreichender Außenluftvolumenstrom pro Person
Diese Werte werden sich in:
- OIB-Richtlinien
- nationalen Bauvorschriften
- Energieausweisen
- Gebäudetechnik-Anforderungen
wiederfinden.
Die EU-Richtlinie verpflichtet Staaten dazu, Raumklimaqualität gesetzlich ernsthaft zu regeln, schreibt aber keine konkreten Grenzwerte oder technischen Lösungen vor. Diese werden national von den OIB-Gremien, Gesetzgeber und Behörden festgelegt und finden sich in der österreichischen Baugesetzgebung wieder.
Wie spiegelt sich das im Energieausweis?
Die EPBD verlangt künftig, dass Energieausweise nicht nur Energiekennzahlen, sondern auch Informationen zur Raumklimaqualität enthalten können – inklusive Sensorik und Steuerung.
Das heißt für Bauherren:
- Lüftung wird Teil der Gesamtenergiebewertung
- Wärmerückgewinnung beeinflusst den Endenergiebedarf
- Luftqualität wird künftig nachvollziehbar dokumentierbar
Ein Haus ohne zeitgemäße Lüftungstechnik wird es zunehmend schwer haben, dauerhaft höchste Effizienzklassen zu erreichen.
Gleichzeitig gewinnt die nachweisliche Einhaltung der Anforderungen der Gebäuderichtlinie auch für die langfristige Werthaltigkeit von Immobilien an Bedeutung. Beim Verkauf oder bei einer Bewertung wird künftig nicht nur der Energieverbrauch im Fokus stehen, sondern auch, ob das Gebäude moderne Standards der Raumklimaqualität erfüllt. Gebäude, die hier vorbereitet sind, gelten als technisch zukunftssicher, nachhaltiger und am Markt attraktiver.
Die technische Lösung: Kontrollierte Wohnraumlüftung
Eine moderne Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung erfüllt gleich mehrere Anforderungen gleichzeitig:
Zentrale oder dezentrale Systeme sorgen für:
- kontinuierlichen Luftaustausch
- CO2-Reduktion
- kontrollierte Feuchteabfuhr
- Wärmerückgewinnung bis über 80 %
- Energieeinsparung ohne Lüftungsverluste
Die Anlage ersetzt nicht das Fenster – sie macht regelmäßiges Fensterlüften überflüssig.
Mehr als Gesetz: Es geht um Lebensqualität
Viele Bauherren glauben: „Wir lüften eh regelmäßig.“
Die Realität:
- Nachtlüftung findet selten statt
- Im Winter wird aus Energiespargründen weniger gelüftet
- In der Pollensaison bleiben Fenster geschlossen
- In lärmbelasteten Gebieten ebenso
Eine Komfortlüftung bedeutet:
- 24/7 frische Luft – automatisch
- Keine Gerüche
- Kein Schimmelrisiko
- Ruhiger Schlaf bei geschlossenen Fenstern
- Mehr Einbruchschutz
- Keine Insekten
- Keine Pollen
- Konstante Luftqualität
Und das bei gleichzeitiger Energieeffizienz.
Fazit
Moderne Häuser sind dicht. Aber Energie sparen ohne Raumklima? Das funktioniert nicht.
Damit die Luft nicht ausgeht, braucht es intelligente Technik – 24 Stunden am Tag.
Für junge Baufamilien bedeutet das:
Moderne Haustechnik ist die logische Konsequenz moderner Bauweise.
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist nicht mehr nur eine Luxuslösung, sondern eine zukunftssichere Entscheidung, welche Gesundheit und Wohnkomfort erhöht und den Wert der Immobilie nachhaltig steigert!
Vertiefende Infos zur EU-Richtlinie 2024/1275 finden Sie hier