Klimawandel: Kühle Luft an heißen Tagen

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für ein kühles und gesundes Raumklima. Denn was viele nicht wissen: Die Wäremrückgewinnung wirkt im Sommer umgekehrt - als Kälterückgewinnung. 

Im Sommer 2019 sind wieder etliche Hitzerekorde gefallen. Überdurchschnittlich hohe Temperaturen, Trockenheit und Wetterextreme machen es deutlich – der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen und längst bei uns angekommen. Die Messungen belegen: In die 2000er Jahre fallen 14 der wärmsten 20 Jahre seit Beginn der Klimaaufzeichnungen. Somit stehen auch in Österreich alle Zeichen im Sommer auf Kühlen, denn große Hitze ist für den menschlichen Körper eine enorme Belastung und führt auch mit zunehmendem Alter zu Extremsituationen, die sich durch zahlreiche Beschwerden äußern: Erschöpfung, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen… um nur einige zu nennen. Gerade in den eigenen vier Wänden sollte man für eine kühles Raumklima sorgen. Auch wenn dies für manch einen noch übertrieben klingt – aber wer heute ein neues Eigenheim plant, sollte den Klimawandel mitbedenken und sowohl bauliche als auch technische Maßnahmen berücksichtigen, damit die Hitze draußen bleibt.


Auch Lüftungsspezialisten haben sich mit den steigenden Temperaturen auseinandergesetzt und technische Lösungen für das optimale Sommer-Raumklima entwickelt.

 

 

Welche Möglichkeiten zur Raumkühlung gibt es und wie kann man diese klimafreundlich gestalten?

 

 
Bauliche Maßnahmen
 

Am effizientesten ist es natürlich, die heiße Sommerluft gar nicht erst ins Haus zu lassen. Eine möglichst massive Außenwand und gute Dämmung, insbesondere Dachisolierung, macht sich auch im Sommer bezahlt und hält die Innentemperatur kühl. Zusätzlich beugen die in Ausrichtung und Größe klug geplanten Glasflächen, in Kombination mit ausreichender Verschattung (baulich oder mechanisch), einer Überhitzung vor. Sonnenbeschienene Fenster sollten beispielsweise eine außenliegende Beschattung wie Rollläden, Schiebe- oder Fensterläden, haben. Ein innen liegender Sonnenschutz hat keine Auswirkung auf die sommerliche Überwärmung. Wärme abführen ist dann nur durch Fensterlüften in den kühlen Nachtstunden möglich. Da Fenster und Terrassentüren erfahrungsgemäß an Familientagen dennoch weit offen stehen, empfehlen wir, im Falle eines Hausbaus, sich bereits bei der Planung über die thermische Luft-Zirkulation Gedanken zu machen.

 

 

Kühle Luft durch eine Wohnraumlüftung

 

Dank einer Wohnraumlüftung genießen Sie auch im Sommer angenehm kühle und frische Luft.  Eine gut gedämmte Gebäudehülle in Kombination mit einer Lüftungsanlage sorgt für ein angenehmes Raumklima, denn eine kontrollierte Wohnraumlüftung kann effektiv dazu beitragen, die Hitze draußen zu halten und die Kühle im Inneren zu bewahren. Zum einen sorgt eine Sommer-Bypassklappe, dafür, dass in der kühlen Nacht die kühle Luft auch ins Haus kommt und zum anderen wird tagsüber, wenn die heiße Außenluft über den Wärmetauscher läuft, diese durch die kühlere Abluft abgekühlt.

 

Das bedeutet, dass die Wärmerückgewinnung auch umgekehrt wirkt. Sozusagen als Kälterückgewinnung.

 

 

Komfortlüftung mit Sommer-Bypass
 

Wer eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung hat, verfügt zumeist über einen so genannten Sommer-Bypass. Mit diesem Bypass wird der Wärmetauscher umgangen und die kühlere Außenluft gelangt in den Nachtstunden direkt in das Gebäude. Tagsüber stellt die Automatik wieder um, damit das Haus nicht aufgeheizt wird. Sie nutzen den Bypass also dann, wenn die Außentemperatur unter der Innenraumtemperatur liegt. Sollte Ihr Lüftungsgerät über keinen Sommer-Bypass verfügen, ist dieser meist einfach und kostengünstig nachzurüsten.

 

 
Klimaanlagen versus Wohnraumlüftung
 

Was eine Klimaanlage kann, schafft die Komfortlüftung nicht, denn sie sorgt lediglich für einen konstanten, komfortablen und energieeffizienten Luftaustausch. Während die Lüftungsanlage die Raumluft austauscht, also Sauerstoff zuführt und Schadstoffe abtransportiert nimmt die Klimaanlage Einfluss auf das gesamte Raumklima (Temperatur und Feuchtigkeit) – Eine aktive Kühlung ist also nur mit einer Klimaanlage möglich. Das verbraucht aber auch viel Energie.

 

Wer dennoch eine Klimaanlage nutzt, kann diese mit einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung auf „Sparflamme“ laufen lassen. Denn was im Winter mit dem Wärmetauscher funktioniert, geht auch im Sommer mit dem gegenteiligen Effekt. Stichwort: Kälterückgewinnung. Läuft die Luft über den Wärmetauscher, kühlt die kühle Abluft die warme Außenluft deutlich ab. Das Klimagerät muss also viel weniger leisten, da die Erwärmung des Hauses über die Außenluft durch die kontrollierte Wohnraumlüftung erheblich reduziert wird. 

 

 
Erdwärmetauscher - was leistet der?
 

Der Erdwärmetauscher dient der Vorwärmung der Außenluft im Winter aber auch der Vorkühlung der Außenluft im Sommer. Er befindet sich zwischen der Außenluftansaugung und dem Lüftungsgerät und überträgt die kühlere oder wärmere Temperatur des Erdreiches auf die Luft. Die Erde hat im Hochsommer in etwa 1 bis 2  Metern Tiefe circa 16° bis 18° C. Eine Lüftungsanlage kann in Verbindung mit einem Erdwärmetauscher den Wärmeeintrag im Sommer ganz erheblich reduzieren, zeitweilig auch zur aktiven Kühlung beitragen und das unabhängig von den widrigen Außenbedingungen wie z.B. Pollenflug oder Lärm.

 

Man unterscheidet zwei Systeme:

 

a) Beim Sole-Erdwärmetauscher wird über eine Erdleitung Soleflüssigkeit mit einem Wärmetauscher, der dem Lüftungsgerät vorgeschalten ist, geführt. Die Energie (Erdwärme oder -kühle) überträgt sich dabei auf die angesaugte Außenluft.

 

Sole Erdwärmetauscher bestehen aus 4 Komponenten

 

  1. Aus einem biegbaren Rohr, welches die Energie aus der Erde aufnimmt.
  2. Aus einem Sole-Luft-Wärmetauscher, der in die Frischluftleitung vor die Lüftungsanlage eingebaut wird. In ihm erfolgt die Wärmeübertragung zwischen Sole und Frischluft. 
  3. Aus einer Pumpen- und Sicherheitsgruppe mit allen nötigen Komponenten für Befüllung und Entleerung, Umwälzung und Druckausgleich.
  4. Aus einem Regler, der die Solepumpe so steuert, dass sie die passende Solemenge zur Vorwärmung bzw. Vorkühlung der jeweiligen Luftmenge bei aktueller Luft- und Soletemperatur fördert.

 

b) Beim Luft-Erdwärmetauscher wird die Luft in ca. 1,5 Meter Tiefe ungefähr 30 Meter durch die Erde geführt und dabei temperiert. Aus hygienischen Gründen wird heute ein Sole Erdwärmetauschers empfohlen. Erdwärmetauscher erhöhen somit zusätzlich den sommerlichen Wohnkomfort.

 

 
Kombination aus Lüftungsanlage und Wärmepumpe mit Kühlfunktion

 

Viele Wärmepumpenmodelle sind heute mit einer Kühlfunktion ausgestattet, wobei der Raum über die Wasserleitungen des Heizungssystems gekühlt wird. Dabei unterscheidet man zwischen einer aktiven und passiven Kühlung. Bei der aktiven Kühlung mit einer sogenannten reversiblen also einer umkehrbaren Wärmepumpe wird die Kühlleistung auf das Heizsystem (Fußboden- oder Wandheizung) übertragen, der Verdichter der Wärmepumpe ist aktiv.

 

Beim passiven Kühlen mit einer Erdwärme- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe, wird die niedere Temperatur des Grundwassers oder des Erdreichs über einen Wärmtauscher auf das Heizsystem übertragen. Der Verdichter wird umgangen. Die passive Kühlung ist nicht so effizient wie die aktive, ist aber eine preisgünstige und umweltschonende Lösung. Bei beiden Systemen wird durch eine aktive Umkehr des Wärmepumpenkreislaufes im Sommer die Wärmepumpe als Kühlaggregat genutzt.

 

Und auch hier gilt: durch den kombinierten Einsatz einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (im Sommer „Kälterückgewinnung“) wird die kühle Energie aus der Abluft effizient an die an Sommertagen viel wärmere Zuluft übertragen.

 

Informieren Sie sich gründlich und holen Sie sich für Ihr Zuhause das passende Raumklima-Konzept.
 

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